Rückblick
Ausflug nach Berchtesgaden, Hallein am 8. und 9. Oktober 2009
von Susanne Schmidt

mit Bildern von M. Haslinger

Bei unserer Abfahrt in Schongau fühlte ich mich an ein Gedicht erinnert, das ich in verkürzter und etwas abgewandelter Form gerne zitieren möchte:

An besonders schönen Tagen
ist der Himmel sozusagen
wie aus blauem Porzellan
und die Federwolken gleichen
weißen, zart getuschten Zeichen.

     

Alle Welt fühlt sich gehoben
blinzelt glücklich schräg nach oben
und bewundert die Natur.
Jürgen steuert ohne Fehler
über Hügel und durch Täler.
Tante Paula wird es schlecht (das traf in unserem Falle glücklicherweise nicht zu, aber ich brauche diese Zeile des Reimes wegen).
doch die übrige "Vereinsschaft"
blickt begeistert auf die Landschaft
und der Landschaft ist es Recht.

   

Soweit in, zugegeben, grob angepasster Form also ein Erich Kästner-Gedicht, das ich als passenden Begleittext empfand für unsere Fahrt durch die herbstlich verzauberte Landschaft. Morgens noch vom Nebel weich gezeichnet, die pastelligen Berge in der Ferne. Dazu während des Tages 2 Prismen, Vielfarbenkugeln, am Himmel, die auch "Brockenhexen heißen. Einfach toll. Im Laufe des Vormittags brachte sich dann noch der samtig-sanfte Schliersee ins Spiel und schließlich die Ankunft an den Ruheorten von Fischbachau und Birkenstein.
Da bin ich dem Kulturverein wirklich dankbar, daß ich fortan mit dem Begriff Fischbachau auch anderes verbinden kann als die gleichnamigen Sängerinnen. Nämlich das große Barocktheater in der kleinen Lorettokirche von Birkenstein, eindrucksvoll inszeniert von der heiteren, Marienerfüllten Schwester Eresta, sowie das schön kalte und prächtige Marienmünster, souverän präsentiert von dem Mesner und Grasmäher mit den zu kurzen Hosen. Er schickte die weiblichen Mitreisenden durch seine nachdrücklich gestellte Frage nach der Zahl der "Mädchen" in der Gruppe freundlicherweise durch einen verbalen Jungbrunnen. Dann das nicht minder kalte, aber dennoch heimelige Maria-Schutz-Kircherl beim Friedhof, wo wir Erkenntnisse über den Sommerhans und den Winterhans, sprich Hansdampf und Hanswurst gewonnen haben.

     

Es gäbe selbstverständlich viele Daten, Zahlen, Fakten geschichtlicher oder kunstgeschichtlicher Art zu nennen. Ich werde das nicht tun. Ich gebe Ihnen lediglich einen Merkzettel, - zugegebenermaßen persönlich gefärbt - den jeder für sich selbst ausgestalten kann.

      

Und da ist für den ersten Tag unserer Reise durch eine der attraktivsten Gegenden Bayerns die Begegnung mit einer weiteren,  sehr eigenen Persönlichkeit zu vermerken: mit Magda. Ihr haben wir Tourenvorschläge zu verdanken - ausreichend bis ans Lebensende - bei Befolgung, möglicherweise auch vorzeitigem Lebensende. Aber ebenso die Hinführung an ihr St. Bartholomä, ihr 900 Jahre altes Berchtesgaden im Dämmerlicht, die Stiftskirche zu ungewöhnlicher Zeit, Ausblicke und Einblicke. Sie hat uns was "g`lehrat".
Wir haben etwas Braun erlebt an den Häuserfronten der ehemaligen Stallungen und viel Schwarz beim nächtlichen Abenteuermarsch zurück ins Hotel.
Dafür, so finde ich, sollte der Kulturverein die Teilnehmerinnen und Teilnehmer - und das ist eine nachdrückliche Anregung an den Vorstand - mit einer Tapferkeitsplakette auszeichnen oder mit einem höherprozentigen Getränk entschädigen. Zur Kosteneinschätzung für den Schatzmeister: es handelt sich um 21 Stamperl.
Über das abendliche Mahl schweigt der Berichterstatterin Höflichkeit. Wenigstens hat anderntags die Einkehr ins "Neuhäusl" unsere gastronomischen Eindrücke vom Berchtesgadener Land wieder zurechtgerückt.


     

Der zweite Tag sei in wenigen Stichworten Revue passiert. Die halsbrecherische Serpentinenfahrt mit gigantischem Panoramablick  bei - nein, nicht Kaiserwetter - sondern Schongauer Kulturvereinswetter. Denn kaum daß wir zur Rückfahrt angesetzt hatten, zog Petrus seinen Nebelschleier runter.
Nachhaltigen Eindruck hat sicher auch der klamme Tunnelzugang zum goldglänzenden Luxuslift gemacht, der uns ins 1834 m hoch gelegene Kehlsteinhaus brachte.
Dann die mit beachtlicher Fantasie zusammengebastelte Keltensiedlung in Dürrnberg und schließlich Urschalling mit seinem Kirchenkleinod und den gemütlichen Messnerstuben nebenan.
Bleibt nur noch festzuhalten, daß wir trotz zahlreicher Kirchenbesuche und Marienanbetung nicht in den Besitz des Schlüssels zum Fegefeuer gekommen sind. Aber es muß wohl einen oder gar mehrere engelgleiche Menschen im Kulturverein Schongauer Land geben, die Petrus den Code für das Schließfach "goldener Oktober" abgeluchst haben. Diesen engelsgleichen Menschen gilt mein ausdrücklicher Dank, sowie allen anderen Organisatorinnen und Organisatoren und Ihnen für Ihre Geduld beim Zuhören.